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| 17.02.2010
Dresden 2010
Es ist der Befehl des Gewissens, der hunderte Widerstandskämpfer aus den verschiedensten Organisationen nach Dresden treibt. Das gemeinsame Ziel ist derer zu gedenken, die im Jahr 1945 wehr- und hilflos den Tod fanden. Es sind diese Widerstandskämpfer, die sich an die Spielregeln der Demokraten halten, gleichwohl ihnen im Unterbewusstsein klar ist, dass dieses Gedenken nicht würdevoll von statten gehen werde. Der Sieger schreibt die Geschichte und auch 65. Jahre nach dieser grauenvollen Massenvernichtung zieht der Sieger die Fäden. Die Polizisten sind Marionetten dieser Sieger und beugen sich der Macht und dem Schuldkult, der uns von selbigen aufgezwungen wird. Es sind diese Männer und Frauen ohne Rückgrat, die Befehle befolgen, obwohl ihnen die Unrechtmäßigkeit bekannt ist. Jene anonymen Kampfeinheiten, die aus der Masse auf die Widerstandskämpfer einschlagen und Gegenwehr mit chemischen Kampfstoffen im Keim ersticken. Noch mag es ihnen gelingen. Noch halten sich die Widerstandskämpfer zurück. Doch umso mehr die Feinde ihre Masken fallen lassen, umso mehr Gegenwehr werden sie erfahren. Jene, die durch Aufrufe andere dazu anstiften Straftaten zu begehen und auch jene, die diese verüben, die Hintermänner, die glauben sie bleiben unerkannt, wenn sie im Verborgenen agieren, sowie auch die Beamten, die die Widerstandskämpfer schikanieren, werden den Lohn für ihre Taten empfangen. Es wird nicht mehr lange dauern, da peitscht ihnen der Wind ins Gesicht. Da werden deutsche Arbeiterfäuste sich ihren Weg bahnen und da wird so mancher anonyme Hetzer aufschrecken. Er wird sich wünschen, anders gehandelt zu haben, um nicht wie andere für seine Machenschaften zur Rechenschaft gezogen zu werden. Das Laub wird sie bedecken und dann wird sich jeder bewusst werden, dass man für sein Tun und Handeln zur Rechenschaft gezogen wird. Hunderte Widerstandskämpfer warteten an diesem Tage auf die Züge, die sie in die Elbmetropole bringen sollten. Entsprechend vorbereitet auf einen langen Tag und motiviert lauschten sie den Ansagen der Bahnmitarbeiter. Der Zug werde sich verspäten hieß es fast alle fünf Minuten, aber das Gleis durfte man, abgesperrt durch Staatsdiener, nicht mehr verlassen. Geschlagene 30 Minuten später tönte es erneut aus den Lautsprechern „der Zug falle aus!“. Nach Rücksprache mit anderen Gruppen aus Berlin und Umland, steuerte man einen anderen Bahnhof an. Die Zeit war knapp. Sollte der Zug doch losfahren, als sich die Gruppe noch weit weg befand? Durch eine weitere Gruppe vor Ort wurde der Zug jedoch aufgehalten und so fuhr man dann endlich doch noch gemeinsam in Richtung Dresden. An jedem Bahnhof der angefahren wurde, stiegen weitere Nationalisten zu, so dass der Zug fast aus allen Nähten platze. Niemand wollte es sich entgehen lassen, den Toten zu gedenken. Die Kampfeinheiten der Polizei, die in den Zügen mitfuhren, waren sichtlich nervös. Unter ihnen waren auch zahlreiche andersrassige Menschen, die Deutsches Recht vertreten sollten. Des Öfteren stiegen wir ohne Zwischenfälle um und immer wieder hielten wir Kontakt zu Kameraden, die bereits in Dresden waren oder sich auf dem Weg dorthin befanden. Die Nachrichten von einem Kessel und kleineren oder größeren Scharmützeln mit den Feinden, ließ uns nicht davon abbringen, heute, am Jahrestag der Bombardierungen, den Weg nach Dresden fortzusetzen. Ganz im Gegenteil, der Wille seinen Toten zu gedenken, stärkte den Kampfgeist aller und man konnte es gar nicht erwarten endlich anzukommen, um die Kameraden vor Ort zu unterstützen. Alternativen wurden besprochen. Man werde sich nicht vorführen lassen, wie am 8. Mai 2005 in Berlin oder am 17. Oktober 2009 in Leipzig. Die Sonderheiten lauschten und hämisch grinsten sie die ganze Fahrt über, weil sie längst wussten, was derzeit in Dresden geschah. Noch in der Bahn verfolgten Nationale Aktivisten die Informationen über die Formationen, die sich friedlich und spontan von Autobahnabfahrten und anderen Treffpunkten in Richtung Kessel nach Dresden-Neustadt in Bewegung setzten. Das machte allen Mut und man war sich einig, man würde das Gleiche tun. Sich mit fast 500 Aktivisten den Weg bahnen. Sich nicht von abbringen lassen zu gedenken. Ganz getreu dem Motto „Hundert Mann und ein Befehl“. Aber auch die Polizeieinheiten waren vorbereitet. Über Funk koordinierten sie sich, um jeden Versuch einer friedlichen Alternative, zum blockierten Marsch im Keim zu ersticken. Wir kamen rund 90min später als geplant am Hauptbahnhof Dresden an. Auf dem Bahnsteig empfingen uns, wie auch nicht anders zu erwarten, weitere Kampftruppen, die nur darauf warteten ihre Knüppel zu schwingen. Von allen Seiten wurden wir abgefilmt. Wir kamen uns vor wie Schwerverbrecher, dabei wollte man doch nur seinen Toten gedenken. Warum nur, hat dieser Staat ein solch großes Interesse daran, dieses würdevolle Gedenken an die hunderttausenden Opfer zu verhindern. Viele von uns fragten sich das, aber keiner bekam eine Antwort. Das martialische Aufgebot der Demokratie zog sich teilweise zurück. Es gab Gespräche und Verhandlungen über den weiteren Verlauf, doch man hielt uns weiterhin nur auf und versuchte mit allen Mitteln unsere Ankunft in Dresden-Neustadt zu verzögern. Ein Teil der Gruppe hatte das Warten nun endgültig satt und brach am hinteren Ende des Bahnhofes aus. Einige hundert Meter entfernt, wurde man dann durch Sondereinheiten rüde daran gehindert, sich alleine den Weg zum Kessel zu bahnen. Widerwillig stieg man in eine Bahn, die eigentlich 20 Minuten Verspätung haben sollte. Die Androhung mit der kompletten Mannschaft zum Kessel durch Dresden zu marschieren, schien den Zug in Lichtgeschwindigkeit die Verspätung aufzuholen. Doch wieder wurde man getäuscht. Die Lautsprecher informierten die Reisenden, dass der Zug nicht nach Neustadt fahre und die wahre „Fratze“ der Demokratie kam in Form der anonymen Schläger zum Vorschein. Man wollte uns im Zug kesseln. Dies ahnend, versuchten wir den Zug wieder zu verlassen und bekamen prompt die Quittung für das Streben nach Freiheit uns Selbstbestimmung. Es wurde mit chemischen Kampfstoffen in die Züge gesprüht und hinterher geknüppelt. Es gab Verletzte und Verhaftungen. Wir brachen durch und verlangten die Freilassung der festgenommenen Kameraden. Wir lassen Niemanden im Stich, nicht heute und auch nicht an einem anderen Tag. Die Polizei entschloss sich zur Freilassung der Kameraden und nun endlich sollte der Zug doch noch in Richtung Neustadt losrollen. Der Zug schlich über die Gleise, so dass alle damit rechneten, dass der Zug jeden Moment anhalten und sich ab dann auch nicht mehr bewegen würde. Die Nothämmer befanden sich schon in den Händen einiger Aktivisten und man machte sich darauf bereit, gleich aus diesem ausbrechen zu müssen. Der Zug hielt an und wir sahen Kameraden aus einem anderen Bundesland auf der Straße, wie diese durch die Hüter der Demokratie gekesselt und angegriffen wurden. Als die ersten die Scheiben des Zuges sprengen wollten, um die Kameraden außerhalb zu unterstützen, fuhr der Zug plötzlich wieder an und erreichte doch noch sein Ziel in Dresden Neustadt. Der Bahnhof war voll mit Widerstandskämpfern aus dem In- und Ausland. Die Szenerie ließ jedoch nichts Gutes erahnen. Rings um den Antreteplatz waren Gitter und Kampfeinheiten in großer Zahl. Die Zeiger der Uhr bewegten sich, ohne dass sich etwas tat. Gegen 16 Uhr nahmen die Teilnehmer Aufstellung. Sie wollten nicht länger warten. Man war nicht hergekommen, um in einem Kessel zu stehen. Sie griffen an, rüttelten an den Gittern und versuchten diese zu öffnen. Die Kampfeinheiten wurden auf den Plan gerufen und erstickten jede Form der Gegenwehr im Keime. Diese vermummten Hüter der Demokratie hatten in ihren Schutzanzügen nichts zu befürchten. Die Sondereinheiten in zivil puschten sich hoch, um mal wieder die Demokratie mit dem Mehrzweckstock zu verteidigen. Es kam an diesem Tage nicht zur ersehnten Befreiung, es waren einfach zu wenige, die entschlossen genug vorne versuchten durchzubrechen. Noch!!! Der Hass auf dieses System wächst in allen von uns von Tag zu Tag weiter an und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der letzte mithilft, wenn es heißt sich sein Recht zu erkämpfen. Ihre Verbote und Schikanen werden uns nicht daran hindern, unseren Pflichten gegenüber unseren Ahnen nachzukommen. Irgendwann werdet Ihr uns nicht mehr auf irgendwelchen Raststätten und Bahnhöfen festhalten können und dann ist der Weg für uns frei. Wer sich uns dann in den Weg stellt, wird beiseite geschoben und verjagt. Selbst auf dem Heimweg wollten vermummte Bundespolizisten noch einmal ihre „Muskeln“ spielen lassen. Sie stellten sich ohne Grund vor den sowieso schon viel zu engen Ausgang des Neustadter Bahnhofs. Doch diesmal bekam das feige Pack seine Strafe und trotz Knüppel und Pfeffersprayeinsatz machte man sich den Weg frei. Ein Gedenken konnte der Staatsapparat mit all seinen Mitteln, aber auch dieses mal nicht verhindern. So gab es später spontane Versammlungen in mindestens 9 Städten. ![]()
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